PROJEKT UTOPOLIS – DIE UNSICHTBARE STADT

Eine Stadt ist mehr als ihre bebauten und unbebauten Räume, ihre Natur, ihre Baukörper und Infrastrukturen. Eine Stadt ist auch ein riesiger Speicher an Gelebtem und Erlebtem, ein Kommunikationsraum, durchkreuzt durch und aufgefüllt mit Geschichte und Geschichten. Über diese Geschichten, die sich unsichtbar durch die Stadt schlängeln, sich verorten, verdichten und auflösen, ist eine Stadt verbunden mit den Menschen, die in ihr gelebt, gewirkt und Spuren hinterlassen haben.

Ebenso wird eine Stadt aber auch geprägt durch die Menschen, die aktuell in ihr leben und zukünftig leben werden. Eine Stadt ist demnach ein stets lebendiger Körper, der gekennzeichnet ist durch spezifische Eigenschaften und nach eigenen Regeln, Tempi und Routinen und über diverse Geschichten und Narrative funktioniert.

Jeder Mensch, der sich in einer Stadt aufhält, trägt dazu bei, dass Wissen zirkuliert, dass Räume, Orte und Gegenstände eine Bedeutung gewinnen. Jeder, der über seine Erfahrung spricht, seine Erinnerung teilt, wird Teil eines Netzwerks, das aus diesen wertvollen Momenten entsteht, aus denen sich die Stadt und deren Erzählungen sowie die Erzählungen über die Stadt konstituieren.

Um dieses aus vielen kleinen, sich berührenden, überkreuzenden und verbindenden Netzwerken bestehende große Netzwerk Stadt zu verstehen, braucht es Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit. Es bedarf einer Sensibilität für die Besonderheiten, für die Geschichte und die Gegenwart, ebenso wie für die Menschen und deren Alltag.

Es braucht aber auch Strategien des Sichtbarmachens der unsichtbaren Netzwerke, des Moderierens des dazugehörigen Prozesses, der Organisation und das Einordnen der zu Sammelnden Daten und Aspekte, sowie des Beteiligens einer breiten Öffentlichkeit. Darüber hinaus braucht es aber auch eine vertiefte Kenntnis über diejenigen, die Stadt nicht nur leben, sondern auch aktiv gestalten – hierzu zählen die aktive Bürgerschaft, Vereine, urbane Projekte und Initiativen genau so wie Institutionen, Ämter, sozial wie privatwirtschaftliche Unternehmen, Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsbetriebe und viele andere mehr – um aus einer lokalen Gesellschaft eine Gemeinschaft entstehen zu lassen, die Vielfalt und Diversität in Alter, Herkunft, Geschlecht etc. als Vorteil und Reichtum, nicht als Nachteil und Übel begreift.

In diesem Sinne kann die Unsichtbare Stadt auch als Utopolis gedeutet werden, als eine (noch) in der Ferne liegende Vision einer gemeinsamen Stadt, die (noch) keinen Ort hat, jedoch an vielen Stellen schon in Form von Fragmenten existiert, die zusammen- und in Austausch gebracht werden müssen, um die losen Enden zu verknüpfen und die Stränge zu vernetzen. Dies ist der Geist, den UTOPOLIS MANNHEIM verbreiten will, dies ist der Anspruch, den das Projekt DIE UNSICHTBARE STADT sichtbar, erlebbar und spürbar werden lassen will.

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